(Schein-) Heiligendamm

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Die Regierungen haben nichts mehr zu melden. Die Macht haben heute die Multis. Globalisierung. So hieß es wenigstens bis zum G8 Gipfel. Jetzt werden die G8 zu einer mächtigen Weltregierung aufgebauscht. Ja, wie denn jetzt?
Aber egal, jetzt geht es vor und hinter dem Zaun erst einmal um den Wettlauf um das größte Medienecho. Dabei ist auch das Gipfel-Hopping, sind die Proteste, eine zusätzliche, wenn auch unbeabsichtigte, Aufwertung für Bush & Co.
Deswegen ist Philipp C. Munzinger dafür, dem Gipfel gar keine Beachtung mehr zu geben: „Stell dir vor, es treffen sich Politiker und keiner hört hin…“ Auch Juliane Schumacher hält in ihrem Artikel in der Jungle World, die Aufmerksamkeit, die dem Gipfeltreffen beigemessen wird, für übertrieben.
Tatsächlich sollten derartige Treffen nicht überbewertet werden.
Doch solange es keine demokratisch legitimierten internationalen Institutionen gibt, sind es die Regierungen der Staaten, die transnationale Lösungen für weltweite Probleme erarbeiten.
Ohne die Proteste und Demonstrationen der Zivilgesellschaft hätten sich jedoch die G8 der drängenden Probleme, wie Klimaschutz und Entschuldung, niemals in dem jetzigen Ausmaß angenommen.
Der ungewollte Beitrag des schwarzen Blocks in diesem Spiel ist eher der, für eine stärkere mediale Aufmerksamkeit zu sorgen, als dass sie einen nach außen erkennbaren, konkreten inhaltlichen Beitrag leisten.
Ohne Druck von unten werden auch in Zukunft den Absichtserklärungen der Regierungen nur wenige brauchbare Resultate folgen. Werden konkrete und verbindliche Klimaschutzvereinbarungen weiterhin auf sich warten lassen.









