The Long Tail

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Die Zeit der Massenmärkte ist vorbei. Die Zukunft gehört den individuellen Nischenprodukten. Obwohl das Warenangebot sich erhöht, sinken durch das Internet die Vertriebs- und Lagerhaltungskosten. Ebenso ist es durch das WWW einfacher und auch kostengünstiger, Produkte weltweit abzusetzen. So lässt sich nicht mehr nur mit den 20 % Bestsellern und Tophits Geld verdienen, sondern eben auch mit den Produkten am Ende der Nachfragekurve, am Ende des “langen Schwanzes”.

Diese Umwälzung der Märkte durch das Internet wurde von dem US-amerikanische Journalisten und Chefredakteur des „Wired Magazine“ Chris Anderson in dem Buch „The Long Tail“ beschrieben.
Bisher war es so, dass Unternehmen sich auf überdurchschnittlich erfolgreiche Produkte konzentrieren mussten. Einfach weil konventionelle Lager- und Verkaufsfläche begrenzt und daher teuer ist. Im Internet hingegen gibt es keine knappen Regalflächen und kostet „Ladenfläche“ kaum etwas.

Dadurch können jetzt zum einen viel mehr Artikel angeboten und verkauft werden als früher. Denn das Angebot wird nicht mehr beschränkt durch das „Nadelöhr“ der konventionellen Verkaufsfläche. “Viel mehr Artikel” bedeutet, dass jetzt auch individuelle Produkte, für nur jeweils wenige Kunden, angeboten werden können. Zum anderen sind vor allem die Kosten des Vertriebs für diese Artikel entscheidend gesunken. Der Einzelne muss also seinen Geschmack nicht mehr nach der Mehrheit, nach den Massenmärkten, richten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eine der Hauptaufgaben im Produktfindungsprozess im Marketing bislang darin besteht, die unterschiedlichen Kundenwünsche in das eine massenmarktfähige Produkt zu bündeln.
Durch den Vertrieb über das Internet werden dagegen die bisherigen Massenmärkte in unzählige Nischen aufgeteilt. Am Beispiel von Amazon oder iTunes zeigt Anderson, dass hier bedeutende Umsätze mit Hilfe gerade von den Produkten erzielt werden, die jedes für sich genommen keine Topartikel sind.
Wobei die Tatsache, dass es immer schwieriger wird, einen Tophit auf dem Markt zu platzieren, zeigt, dass auch das Nachfrageverhalten immer individueller wird.

Mit Hilfe des Internets entsteht so der „Long Tail“ - der „lange Schwanz” mit vielen individuellen Produkten, die zwar alle keine klassischen Renner sind, die aber im Internet kostensparend angeboten werden können. Sogenannte Nischenprodukte, erleben damit einen gewaltigen Aufschwung. Artikel, die jedes für sich genommen nur auf eine kleine Zahl Abnehmer treffen, zusammengenommen aber eine interessante Umsatzgröße darstellen. Produkte, die, eben weil sie keine Massenartikel sind, individueller sind. Darunter viele, die aus Kostengründen, früher gar nicht die Chance hatten, in das Sortiment von Industrie und Handel aufgenommen zu werden.

Die Umwälzungen, die die digitale Revolution angestoßen hat, sind dabei die Wirtschaft und unsere Kultur nachhaltig zu verändern.
via: Wir nennen es Arbeit / ConnectedMarketing

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