Mao, Burma, das Öl und die Menschenrechte.
Wie die in Thailand erscheinende Zeitung “The Irrawaddy” am Freitag berichtete, sind einige der verhafteten Mitglieder der Oppositionsbewegung in Burma an den Folgen von Misshandlungen und Folter gestorben. Die Militärjunta hält, nach Angaben der Gefangenen-Hilfsorganisation AAPP, immer noch über 2.000 Mönche und Zivilisten in Haft. Die Militärs unternehmen alles, um die Freiheitsbewegung zu ersticken.
Während dessen ist die Not im Land riesengroß. “Ich sehe tagtäglich ausgemergelte Menschen, die barfüßig, bloß mit einem zerrissenen Hemd bekleidet, unsere Kliniken aufsuchen. Immer wieder hören wir, dass das Geld für lebenswichtige Medikamente knapp wird” schreibt ein österreichischer Arzt, der vor einem Jahr für “Ärzte ohne Grenzen” nach Burma gegangen ist. Burma ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf der anderen Seite genießt die Kaste der Militärs einen unbeschreiblichen Luxus. Ihre Privilegien kann sie nur behalten, weil sie sich der Unterstützung der chinesischen Regierung sicher weiß. China ist der stärkte Verbündete Burmas und an den Rohstoffvorkommen und der strategischen Lage des Landes interessiert.
Wie es scheint, haben die Demonstrationen der letzten Wochen noch keine grundlegende Änderung der politischen Situation des Landes herbeiführen können. Zurück bleiben Betroffenheit, Hilflosigkeit und Wut. Was kann angesichts dessen noch getan werden, um die Menschen in Burma zu unterstützen? Eine Verschärfung der Sanktionen, wie dies viele fordern? In der “taz” sind dazu letzte Woche einige interessante Gedanken von Sven Hansen (Asien Redakteur der taz) erschienen:
“Die Sanktionen des Westens, die ihn nur wenig kosten, werden wahrscheinlich nichts bringen außer der Beruhigung des eigenen Gewissens und dem folgenlosen Gefühl, es der Junta mal wieder gezeigt zu haben. Dazu kommt, dass die Sanktionen wie so oft die Falschen treffen…Die Sanktionen des Westens blieben … zum Scheitern verurteilt, weil China, Russland und zuletzt auch Indien nicht mitzogen. Vor allem China, inzwischen wichtigster Handelspartner und Rohstoffabnehmer, füllte die vom Westen in Birma hinterlassene Lücke…Wie schon beim Völkermord in Darfur und dem Atomkonflikt mit dem Iran wird offensichtlich, dass die westlichen Länder eine gemeinsame China-Strategie brauchen.”
Weiter schreibt Sven Hansen: “Angesichts der Wirkungslosigkeit westlicher Sanktionen wird sich von außen nur etwas bewegen lassen, wenn sich der Westen stärker im Land engagiert…So absurd es auf den ersten Blick aussehen mag: Um einen Wandel zu erreichen, scheinen mittelfristig das Ende zumindest eines Teils der Sanktionen und ein stärkeres westliches Engagement in dem gebeutelten Land der einzig halbwegs realistische Weg zu sein…Ein westliches Engagement in Birma wird sicher eine Gratwanderung voller Zumutungen. Sich nicht zu engagieren hieße aber, die Birmanen mit ihrer Junta allein zu lassen.”









