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	<title>Kommentare zu: Mindestlohn oder B&#252;rgergeld?</title>
	<link>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/</link>
	<description>Magazin für globale Lebensaspekte</description>
	<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 10:12:54 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Das neue FDP-Steuerkonzept in der Kritik &#171; Roman Möller ONLINE Blog</title>
		<link>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-333</link>
		<dc:creator>Das neue FDP-Steuerkonzept in der Kritik &#171; Roman Möller ONLINE Blog</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2008 11:14:58 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-333</guid>
		<description>[...] soll das Ganze dann über eine erneute saftige Erhöhung der Mehrwertsteuer. Aki Ark hat hier bereits treffend beschrieben, das die FDP damit ihrer Klientel, den Reichen und den Unternehmen, [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] soll das Ganze dann über eine erneute saftige Erhöhung der Mehrwertsteuer. Aki Ark hat hier bereits treffend beschrieben, das die FDP damit ihrer Klientel, den Reichen und den Unternehmen, [&#8230;]</p>
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	<item>
		<title>Von: Aki Arik</title>
		<link>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-56</link>
		<dc:creator>Aki Arik</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 12:58:15 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-56</guid>
		<description>Hi Roman, danke für deinen ausführlichen und durchdachten Kommentar.

Klar, jedes Unternehmen  wird und muss um Gewinnmaximierung bemüht sein, sonst ist es selbst und damit alle Arbeitsplätze weg vom Markt. Richtig ist auch, dass diese Gewinnmaximierung  - unter anderem – durch eine höhere Produktivität, also Personaleinsparungen erreicht wird.  Ebenso, dass niedrigere Löhne einem Unternehmen – gegenüber dem Wettbewerb „Luft“ verschaffen, und eine eigentlich geplante Personaleinsparung hinauszögern können. Aber – sind es nicht gerade die Minilöhne, die einigen Unternehmen (die dieses Instrument, aus welchen Gründen auch immer, nutzen können) einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschaffen? Und muss ich dann nicht als Anhänger der Marktwirtschaft wieder für gleiche Bedingungen sorgen. Faire Ausgangsbedingungen für alle Wettbewerber. Gefährdet waren die aktuell verlorenen Arbeitsplätze vielleicht eher schon vorher, z.B. durch schlechte Organisation, Logistik, Verwaltung. Nur wurde dies durch den einzigen vorhandenen Wettbewerbsvorteil dieser Betriebe, den Minilohn, verdeckt.
Tariflöhne haben nicht nur einen Nutzen für den Arbeitnehmer, auch dem einzelnen Betrieb einer Branche verhilft es zu vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen. Ich glaube dies wird auch weder von Unternehmen noch von Wirtschaftsliberalen in Frage gestellt. Einer der Punkte scheint mir eher zu sein, ob der Staat in diesem Fall, zugunsten der nicht handlungsfähigen Gewerkschaften, in das Tarifgeschehen eingreifen darf?

Zu deiner Anmerkung „Das ist jedoch kein gültiges Gegenargument..“, im letzten Absatz, muss ich dir grundsätzlich Recht geben. Gerade dein Blog und auch deine Kommentare, die ich schon längere Zeit lese, haben mich ja dadurch überzeugt, dass du nicht ideologisch an Themen herangehst, sondern differenzierst und offen bist. Das versuche ich auch. Mein Standpunkt hier ist, genau betrachtet, auch nur ein Kontrapunkt zu Gedanken andernorts. Eine endgültige Meinung muss die verschiedenen Gesichtspunkte und Folgen abwägen, das ist klar.
Die Offenheit für andere Argumente ist, meiner Meinung nach, immer dann in der Gefahr in eine Beliebigkeit abzurutschen, wenn kein festes Fundament von Grundüberzeugungen da ist.  Auch diese sind natürlich nicht „die Wahrheit“ sondern nur gewählt, aber eben unveräußerlich. Diese Richtschnur hilft mir dazu, die versch. Argumente (für die ich offen bin) in eine Rangfolge zu bringen.
Und ziemlich weit oben steht dabei für mich, dass jeder Mensch die Chance erhalten soll (vor allem durch Ausbildung!) für sein Leben selbst zu sorgen – und nicht von zusätzlichen öffentlichen Zuschüssen abhängig sein zu müssen. Wie man dieses Ziel nun konkret umsetzt, und ob man nicht doch übergangsweise (sind nun mal viele eben nicht gut ausgebildet) und unideologisch Zwischenlösungen finden muss? Bin da eher pragmatisch. Wenn eben das erwähnte Ziel langfristig nicht aus den Augen verloren wird (passiert aber in der heutigen kurzfristigen Politik oft) - und nicht Zustände zementiert werden, die dann Generationen von alimentierbedürftigen Menschen schaffen. Ganz gleich, ob sich diese Alimente dann Bürgergeld oder staatliche Aufstockung auf einen unzureichenden Minilohn nennt.
Denn da schließt sich für mich der Kreis: Das, was in „linksträumerischen“ Szenen eine „Befreiung zu freier schöpferischer Tätigkeit“ durch Grundsicherung genannt wird, wurde diesen Leuten schon längst argumentativ-politisch aus der Hand genommen. Und wurde von anderen zu einem „lebenslangem Kindergeld“ für immer größere Bevölkerungsteile verwandelt. Welches dann einen Mindestlohn überflüssig machen soll, da nach diesen Plänen die Gemeinschaft mit neuen Subventionen die Lücke zu einer Mindest-Bedarfsdeckung schließen soll. Bürgergeld und Minilohn sind für mich nur zwei Seiten einer Medaille, die die Welt immer stärker in wenige Reiche und immer mehr Arme aufteilen soll.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Roman, danke für deinen ausführlichen und durchdachten Kommentar.</p>
<p>Klar, jedes Unternehmen  wird und muss um Gewinnmaximierung bemüht sein, sonst ist es selbst und damit alle Arbeitsplätze weg vom Markt. Richtig ist auch, dass diese Gewinnmaximierung  - unter anderem – durch eine höhere Produktivität, also Personaleinsparungen erreicht wird.  Ebenso, dass niedrigere Löhne einem Unternehmen – gegenüber dem Wettbewerb „Luft“ verschaffen, und eine eigentlich geplante Personaleinsparung hinauszögern können. Aber – sind es nicht gerade die Minilöhne, die einigen Unternehmen (die dieses Instrument, aus welchen Gründen auch immer, nutzen können) einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschaffen? Und muss ich dann nicht als Anhänger der Marktwirtschaft wieder für gleiche Bedingungen sorgen. Faire Ausgangsbedingungen für alle Wettbewerber. Gefährdet waren die aktuell verlorenen Arbeitsplätze vielleicht eher schon vorher, z.B. durch schlechte Organisation, Logistik, Verwaltung. Nur wurde dies durch den einzigen vorhandenen Wettbewerbsvorteil dieser Betriebe, den Minilohn, verdeckt.<br />
Tariflöhne haben nicht nur einen Nutzen für den Arbeitnehmer, auch dem einzelnen Betrieb einer Branche verhilft es zu vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen. Ich glaube dies wird auch weder von Unternehmen noch von Wirtschaftsliberalen in Frage gestellt. Einer der Punkte scheint mir eher zu sein, ob der Staat in diesem Fall, zugunsten der nicht handlungsfähigen Gewerkschaften, in das Tarifgeschehen eingreifen darf?</p>
<p>Zu deiner Anmerkung „Das ist jedoch kein gültiges Gegenargument..“, im letzten Absatz, muss ich dir grundsätzlich Recht geben. Gerade dein Blog und auch deine Kommentare, die ich schon längere Zeit lese, haben mich ja dadurch überzeugt, dass du nicht ideologisch an Themen herangehst, sondern differenzierst und offen bist. Das versuche ich auch. Mein Standpunkt hier ist, genau betrachtet, auch nur ein Kontrapunkt zu Gedanken andernorts. Eine endgültige Meinung muss die verschiedenen Gesichtspunkte und Folgen abwägen, das ist klar.<br />
Die Offenheit für andere Argumente ist, meiner Meinung nach, immer dann in der Gefahr in eine Beliebigkeit abzurutschen, wenn kein festes Fundament von Grundüberzeugungen da ist.  Auch diese sind natürlich nicht „die Wahrheit“ sondern nur gewählt, aber eben unveräußerlich. Diese Richtschnur hilft mir dazu, die versch. Argumente (für die ich offen bin) in eine Rangfolge zu bringen.<br />
Und ziemlich weit oben steht dabei für mich, dass jeder Mensch die Chance erhalten soll (vor allem durch Ausbildung!) für sein Leben selbst zu sorgen – und nicht von zusätzlichen öffentlichen Zuschüssen abhängig sein zu müssen. Wie man dieses Ziel nun konkret umsetzt, und ob man nicht doch übergangsweise (sind nun mal viele eben nicht gut ausgebildet) und unideologisch Zwischenlösungen finden muss? Bin da eher pragmatisch. Wenn eben das erwähnte Ziel langfristig nicht aus den Augen verloren wird (passiert aber in der heutigen kurzfristigen Politik oft) - und nicht Zustände zementiert werden, die dann Generationen von alimentierbedürftigen Menschen schaffen. Ganz gleich, ob sich diese Alimente dann Bürgergeld oder staatliche Aufstockung auf einen unzureichenden Minilohn nennt.<br />
Denn da schließt sich für mich der Kreis: Das, was in „linksträumerischen“ Szenen eine „Befreiung zu freier schöpferischer Tätigkeit“ durch Grundsicherung genannt wird, wurde diesen Leuten schon längst argumentativ-politisch aus der Hand genommen. Und wurde von anderen zu einem „lebenslangem Kindergeld“ für immer größere Bevölkerungsteile verwandelt. Welches dann einen Mindestlohn überflüssig machen soll, da nach diesen Plänen die Gemeinschaft mit neuen Subventionen die Lücke zu einer Mindest-Bedarfsdeckung schließen soll. Bürgergeld und Minilohn sind für mich nur zwei Seiten einer Medaille, die die Welt immer stärker in wenige Reiche und immer mehr Arme aufteilen soll.</p>
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		<title>Von: romanmoeller</title>
		<link>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-55</link>
		<dc:creator>romanmoeller</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Jan 2008 09:00:30 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.wilsons-island.net/2008/01/05/mindestlohn-oder-buergergeld/#comment-55</guid>
		<description>Das Bürgergeld würde aus meiner Sicht vor allem aus zwei Gründen nicht funktionieren:

1.) In der deutschen Öffentlichkeit ist eine "monströs erhöhte Mehrwertsteuer" nicht durchsetzbar. Obwohl real der Idee des Bürgergeldes folgend ja gar nicht mehr als doppelt soviel abgeführt werden muß, wäre die Idee zum Scheitern verurteilt, da mancher Bürger gar nicht so weit denken würde.

2.) Das Modell lädt auf Seiten des Arbeitgebers stark zu Mißbrauch ein. "Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde. Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen.” - warum sollte der Arbeitgeber (in diesem Falle das Krankenhaus) der Krankenschwester überhaupt noch die 1200 Euro bezahlen, wenn sie sich mit  1300 Euro Bürgergeld alleine schon auf einem "Gehaltsniveau" befindet, das so manche Mindestlohnforderung erfüllt, ja sogar übersteigt? Theoretisch könnte das Krankenhaus die 1200 Euro also auch ganz weglassen.

Wenn ich das einmal weiterdenke, zahlt der Staat der Krankenschwester dann 1300 Euro Bürgergeld, von dem sie ihren Lebensunterhalt sichert und damit auch wieder Mehrwertsteuer abführt. Das ist dann alles ziemlich unnötige Bürokratie, die überhaupt nichts bringt. Dann kann man gleich Essenmarken ausgeben!

Noch eine Bemerkung zu deinem Satz: "Gegen einen Mindestlohn wird vor allem immer wieder ein Argument vorgebracht: dadurch würden Arbeitsplätze vernichtet. Dazu kann ich eigentlich nur folgendes Argument wiederholen: eine Geschäftsidee, die sich nur dadurch trägt, dass den Beschäftigten kein ausreichender Lohn gezahlt wird, ist keine gute Idee." Damit siehst du das Problem (nachvollziehbarerweise) aus moralischer Sicht. Das ist jedoch kein gültiges Gegenargument dafür (im Sinne eines "Beweises"), das der Mindestlohn keine Arbeitsplätze kostet. Das durchschnittliche deutsche Unternehmen (sehen wir der Wahrheit doch ins Gesicht!) wird stets um Gewinnmaximierung bemüht sein. Das geht am besten über Einsparungen beim Personal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bürgergeld würde aus meiner Sicht vor allem aus zwei Gründen nicht funktionieren:</p>
<p>1.) In der deutschen Öffentlichkeit ist eine &#8220;monströs erhöhte Mehrwertsteuer&#8221; nicht durchsetzbar. Obwohl real der Idee des Bürgergeldes folgend ja gar nicht mehr als doppelt soviel abgeführt werden muß, wäre die Idee zum Scheitern verurteilt, da mancher Bürger gar nicht so weit denken würde.</p>
<p>2.) Das Modell lädt auf Seiten des Arbeitgebers stark zu Mißbrauch ein. &#8220;Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde. Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen.” - warum sollte der Arbeitgeber (in diesem Falle das Krankenhaus) der Krankenschwester überhaupt noch die 1200 Euro bezahlen, wenn sie sich mit  1300 Euro Bürgergeld alleine schon auf einem &#8220;Gehaltsniveau&#8221; befindet, das so manche Mindestlohnforderung erfüllt, ja sogar übersteigt? Theoretisch könnte das Krankenhaus die 1200 Euro also auch ganz weglassen.</p>
<p>Wenn ich das einmal weiterdenke, zahlt der Staat der Krankenschwester dann 1300 Euro Bürgergeld, von dem sie ihren Lebensunterhalt sichert und damit auch wieder Mehrwertsteuer abführt. Das ist dann alles ziemlich unnötige Bürokratie, die überhaupt nichts bringt. Dann kann man gleich Essenmarken ausgeben!</p>
<p>Noch eine Bemerkung zu deinem Satz: &#8220;Gegen einen Mindestlohn wird vor allem immer wieder ein Argument vorgebracht: dadurch würden Arbeitsplätze vernichtet. Dazu kann ich eigentlich nur folgendes Argument wiederholen: eine Geschäftsidee, die sich nur dadurch trägt, dass den Beschäftigten kein ausreichender Lohn gezahlt wird, ist keine gute Idee.&#8221; Damit siehst du das Problem (nachvollziehbarerweise) aus moralischer Sicht. Das ist jedoch kein gültiges Gegenargument dafür (im Sinne eines &#8220;Beweises&#8221;), das der Mindestlohn keine Arbeitsplätze kostet. Das durchschnittliche deutsche Unternehmen (sehen wir der Wahrheit doch ins Gesicht!) wird stets um Gewinnmaximierung bemüht sein. Das geht am besten über Einsparungen beim Personal.</p>
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