Die U-Bahn Schläger wegbeamen…

… wäre am besten, meinen CDU, SPD und anscheinend auch die “Blogosphäre”. Gemeinsam ist allen das Wegwünschen der Realität.

Die CDU will jugendliche “ausländische” Straftäter , bei denen ja gar nicht sicher ist, ob sie in ihren Herkunftsländern ebenfalls straffällig geworden wären, in ihre erste oder zweite oder ? Heimat abschieben.
Die SPD ist wieder einmal irritiert von der Wirklichkeit und schlägt zurück und vor, nach der Ursache der Gewalt zu suchen und wird sie wahrscheinlich nicht, sondern statt dessen ein angenehmeres Thema im verabschiedeten Parteiprogramm unter Ziffer 7 … vielleicht … finden.
Die “Blogosphäre” beamt das Thema gleich ins Nirwana der Nichtbeachtung und wendet sich lieber bedeutenderen Themen zu. Während der reflexartige Populismus der Parteien vorhersehbar ist, ist das Wegtauchen der Blogger eher enttäuschend.
Die Gesellschaft als ganzes ist völlig überrascht, dass der allerorten praktizierte Egoismus und die Rücksichtslosigkeit nun im Untergrund fortgesetzt wird.
Ich hab jetzt keine Lust, hier eine spiegelfechtermäßige Generalanalyse abzuliefern, deshalb nur ein paar spontane Gedanken:
Ob Deutschland ein Einwanderungsland oder ein Land mit Migrationshintergrund ist, ist mir völlig egal. Ich will, dass jeder Mensch auf der Welt das Recht hat, dort zu leben, wo er will.
Ich halte die “Okkupation” der Staaten durch die Mehrheitsgesellschaften für falsch und bin für eine Trennung von Staat und Nation.
Ob jugendliche Ausländer nun gewaltbereiter sind - ich weiß es nicht. Ich hab da alles mögliche erlebt. Bin beschissen worden und hab aber auf der anderen Seite auch schon super Unterstützung bekommen.
Was ich aber weiß, ist, dass Schläge gegen Schwächere und Nachtreten absolut unehrenhaft sind. Und - Rafed (Name von der Redaktion geändert) - bitte halte mir keine Vortäge mehr über den großen Respekt den eure Jugendlichen angeblich den Älteren gegenüberbringen würden.

5 Kommentare zu “Die U-Bahn Schläger wegbeamen…”

  1. romanmoeller sagt:

    Ein bißchen stimmt das schon - anstatt mir über Vorfälle selbst Gedanken zu machen, hacke ich nur auf Roland Koch herum! Aber wie man in den Wald ruft (nämlich populistisch und unbedacht), so schallt es zurück. Ein Grundsatz, der für einen U-Bahn-Schläger keinesfalls gelten darf (das käme einer Bankrotterklärung der Gesellschaft gleich!), gilt für Roland Koch umso mehr.

    Ansonsten stimme ich dir bei deinen Gedankengängen absolut zu!

  2. Aki Arik sagt:

    Warum erwähnst du diesen Populisten und seine Pseudo-Rezepte? Dem sein Anbiedern an angebliches “Volksempfinden”, weil er sonst gar kein Wahlthema hätte, ist für mich so wenig diskussionswürdig, dass ich ihn nicht mal anspreche. Ich erwarte gar nicht, dass diese Art Politiker ernst zu nehmende Gedanken beitragen können.

  3. malte sagt:

    http://www.spreeblick.com/2007/12/31/ein-verzartelter-multikulti-in-jahresendzeitstimmung/
    http://www.spreeblick.com/2008/01/03/jugendgewalt-und-die-fallen-in-die-man-tappt/
    http://www.spreeblick.com/2008/01/04/angela-merkel/

    von abtauchen kann keine rede sein

  4. Lara sagt:

    Ich bin ganz und gar für “MultiKulti” - aber nicht so, wie das üblicherweise verstanden wird: Nur in tolle Lokale gehen, andersartig essen und die Gesellschaft fremdartiger Leute mal so einenAbend lang genießen - in dem erhabenen Gefühl, im “eigenen” Land und somit auch noch “überlegen” zu sein.

    Unter “MultiKulti” verstehe ich ein echtes Aufeinanderzugehen: Die Probleme, die fremde Volksgruppen zweifelsohne mit in unser (jetzt habe ich micht aber erfappt: “unser”) Land bringen, versuchen zu lösen. In Verständnis und Rücksichtnahme. Wenn Völker aus ihren eigenen Ländern in andere ziehen, tun sie das nicht sehr gerne. Im eigenen Land schwelen schwere politische und kriegerische Kämpfe, unter denen die Menschen zu leiden haben. Kein Mensch geht aus seiner Heimat fort ohne triftigen Grund. Diese Menschen sind teils sehr hilflos in unserer Kultur und man muss sich um sie kümmern.

    Anders teils die zweite Generation Ausländer, die in Deutschland groß wird: Sie läßt ihren Frust an z.B. Rentnern oder anderen Leuten, die sich nicht wehren können, ab. Ehrlich gesagt - meine Reaktion im ersten Ärger ist (leider) immer: Diese Kriminellen sollten sofort ausgewiesen werden!!
    Wenn ich dann länger darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass es damit nicht getan ist. Viel besser ist es, nicht emotional zu reagieren, sondern sich die Situation unserer ausländischen Mitbürger zu überlegen: Kaum Chancen auf einen guten Arbeitsplatz - und mir ist klar, dass deren Eltern (die erste Ausländergeneration) Fehler begangen haben: Nämlich, ihre Kinder nicht ganz gezielt in deutsche Schulen zu schicken, nicht ganz gezielt Deutsch zu lernen. Leider haben sie diese Chance vertan (vielleicht auch in der Hoffnung, möglichst einmal wieder in ihr Land zurückzukehren… - “Griechischer Wein…”).

    Letztlich bin ich der Meinung: Diese zweifelsohne Kriminellen nicht ausweisen, sondern das Übel an der Wurzel packen: Sich um Ausländer, und vor allem um deren Kinder zu kümmern. Ich mache übrigens an einer Hauptschule Schülercoaching - und da gibt es die gleichen “Kandidaten” aus der deutschen Riege: rücksichtslos, nur ätzende Spiele am Computer interessieren sie - von Leben oder Interesse an anderen Menschen keine Spur. Wollten wir diese jemals ausweisen? Wo bleibt der Gleichbehandlungsparagraph, wenn wir es dann bei Ausländern tun wollen? Auch diese dutschen Hauptschüler brauchen dringend Hilfe, weil die meisten von ihnen in einer verrohten Umgebung aufwachsen.

    Bin der Meinung, die Gesellschaft schlechthin könnte sich um diese Problemgruppen kümmern (egal ob deutsch oer nicht: Zivilcourage zeigen, wenn in U-Bahn oder sonstwo was passiert! Junge Leute, die sich schlecht benehmen, ansprechen, was los ist … Die sind viel zugänglicher als sie aussehen! In den Niederlanden hat erst kürzlich ein Aufruf an “die Gesellschaft” stattgefunden, sich um Kinder, die auffallen, zu kümmern: Ansprechen, ermahnen, helfen… alle sollen sich dort an dieser Aufgabe beteiligen!
    Das könnten wir doch auch!?

  5. Muschelschubserin sagt:

    Ich habe mir im Sommer nach meiner Rückkehr aus Australien Gedanken zur Integration und zum deutsch-ausländischen Alltag gemacht und auch die Frage nach der Gewaltbereitschaft ausländischer Jugendlicher kurz angedeutet. Ich will jetzt nicht dreister Weise Werbung für meinen alten Beitrag machen, aber er passt auch irgendwie zur aktuellen Diskussion und gibt meine Gedanken dazu wieder. Deshalb verlinke ich ihn hiermit: http://muschelschubserin.wordpress.com/2007/06/27/gemeinsam/ und hoffe, dass das ok ist.

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