Journalist zum Tode verurteilt
Die Justiz in der afghanischen Provinz Balkh hat letzte Woche einen weiteren Journalisten zum Tode verurteilt. Sayed Perwis Kambachsch, 23, aus Masar-i-Scharif, dem Hauptquartier der Bundeswehr, war angeklagt worden wegen “Beleidigung” des Koran`s. Der Journalistikstudent und Reporter der Zeitung Jahan-i-Naw (”Neue Welt”) soll Koranverse “falsch ausgelegt” und diesen “blasphemischen” Text an Kommilitonen verteilt haben. Die Familie Kambachsch`s teilte dagegen mit, er habe den Text nicht selbst verfasst, sondern von einer iranischen Webseite.
Die UN kritisieren, dass das Urteil ohne anwaltliche Vertretung gefällt wurde. Dieses Todesurteil ist bereits das dritte gegen Journalisten seit dem Sturz der Taliban. “Reporter ohne Grenzen” erklärten zu dem Verfahren: „Wir sind geschockt von diesem Urteil, das hastig und ohne jegliche Beachtung von Gesetzen oder der durch die Verfassung geschützten freien Meinungsäußerung gefällt wurde.“ Leider ist es jedoch immer noch so, dass keiner der Medienvertreter in dem islamischen Land sich für das ganz normale Menschenrecht einsetzt, auch religionskritische Texte verfassen zu dürfen. Deshalb kann jeder Vorwurf, „ungläubig“ zu sein, für den Betroffenen sehr schnell lebensgefährlich werden. In welcher Fatwa ist denn genau geregelt, was als Blasphemie gilt und was nicht?
Photo © Reuters; Quellen: wired; Independent; taz










Dienstag 5. Februar 2008 um 02:37
Genau jetzt……
…passiert das was ich in meinem letzten Post meinte! Ironie des Schicksals nennt man das wohl aber die Lage ist ernst und wir wollten Anfangen etwas gegen die Ungerechtigkeit zu tun! Kambachsch, ein afghanischer Journalist, wurde zum Tode verurt…
Dienstag 5. Februar 2008 um 10:20
Hi Dave,
… und ich dachte schon, ich war der Einzige, den das Thema bewegt hat.
Nur eine Bemerkung zu deinem interessanten Beitag auf deinem Blog: deine Vermutung: “… und anscheinend unterdrückt der islamische Glauben Frauenrechte”, ist unter Korangelehrten umstritten. D.h. moderne islamische Interpreten gehen eher davon aus, dass eine Unterdückung der Frauenrechte, soweit sie in islamischen Ländern tatsächlich vorkommt, ihre Ursache mehr in der patriarchalischen Tradition dieser Länder, als im Koran hat. Auch in der Bibel sind Stellen zu finden, die zur Begründung für alles mögliche herangezogen werden könnten.
Dienstag 5. Februar 2008 um 12:36
Ich kann man an letzte Woche Do. gut erinnern. In der Nightline hatte Holger Klein das Thema “Wie sieht eigentlich der Himmel aus” angesetzt. Viele Anrufer verstanden die als religiöse Frage und riefen an um über dieses Thema zu diskutieren und einer von Ihnen es ging irgendwann darum das die Bibel ja auch nur ein Buch sei dem man nicht alles “Glauben” könne. Die religiösen Zuhörer waren da natürlich andere Meinung und verwiesen darauf das die Bibel ein anerkanntes Dokument sei. Aber auch in der Bibel wurden Teile nachgebessert die sich um die Rechte der Frauen drehten.