Linker Antisemitismus

Die Nachkriegsgeneration war die erste, die nach der Ermordung von Millionen europäischer Juden durch Deutschland den Versuch unternahm, den tief verankerten Antisemitismus zu überwinden. Nicht erst die Anschläge auf Synagogen, sondern auch ein Blick in das Internet belehren einen jedoch, dass antijüdische und antiisraelische Denkweisen noch immer weit verbreitet sind. In den Blick gerät dabei auch ein spezifisch “linker” Antisemitismus, von den 68´ern bis heute.


Ja es gibt ihn, den Antisemitismus von “links”, obwohl das Problembewußtsein dafür nicht sehr stark ausgeprägt ist. Meist herrscht die Vorstellung vor, Antisemitismus sei ausschließlich am rechten Rand des politischen Spektrums anzutreffen. Doch gerade die mit der Globalisierung zu Tage tretenden Ängste, werden von einer bestimmten “Linken” auf alte Bilder eines, angeblich “das internationale Kapital beherschenden” und in den USA beheimateten, Judentums projiziert. Wobei Antisemitismus, Antizionismus und Antiamerikanismus nicht selten synomym einhergehen.

So zieht sich eine Linie von den Vätern im Dritten Reich über die “Horst-Mahler-Generation” bis hin zu bestimmten Internet-Foren und Blogs. Es waren deutsche “Linke”, die die Passagiere der, durch ein deutsch-palestinensisches Kommando nach Entebbe entführten, Air-France-Maschine nach ihrer Rassenzugehörigkeit in jüdische und nicht-jüdische selektierten. Grundlage des Hasses auf die entstehende deutsche Demokratie war die Wut auf die Väter, die den Krieg verloren hatten. Erst viel später wurde deutlich, dass im Inneren so mancher “links-revolutionärer” Apo-logeten das Denken der Väter weiter wirkte. Die Begeisterung Ulrike Meinhofs (und anderer “Linker”) 1972 für den palestinensischen Überfall auf die israelische Olympiamannschaft war der Wendepunkt hin zum Antisemitismus nicht nur in ihrer Biografie.

Auch wenn heutige Globalisierungskritiker gegen „Profithaie“ wettern, ist der Antisemitismus oft nicht mehr weit. Eines der wichtigsten Themen der letzten Jahre bei Attac war die Auseinandersetzung, ob es innerhalb der globalisierungskritischen Organisation Antisemitismus gebe, nachdem israelfeindliche Äußerungen von Mitgliedern der Attac-AG “Globalisierung und Krieg” an die Öffentlichkeit gelangt waren. Darin wurde die Politik Israels mit der Nazideutschlands verglichen und zu einem Boykott von Waren aus Israel aufgerufen. Viele “Linke” wollen es nicht sehen, dass eine bestimmte Globalisierungskritik Gefahr läuft, nicht nur in Nationalismus, sondern auch in Antisemitismus abzugleiten, wenn über das “internationale Finanzkapital” auf eine ganz bestimmte Art schwadroniert wird.

Es ist die altbekannte Versuchung, der dieser Teil der “Linken” erliegt: für undurchschaubare globale Entwicklungen werden wieder Sündenböcke verantwortlich gemacht. Komplexe Zusammenhänge werden reduziert auf ein “Komplott dunkler Mächte” und eine “Verschwörung von Finanzspekulanten” und deren “Marionetten in den Regierungen”. Es ist entlarfend wie die “linke” “Kritik an einem internationalen Kapitalismus” als Wiederkehr des Bildes einer angeblichen “jüdischen Weltverschwörung” daherkommt: der Zigarre rauchende Strippenzieher im Hintergrund, die weltumspannende Krake – all das kennt man auch aus den Abbildungen im “Stürmer” …

Zum Schluss eine Prise jüdischen Humors: Zwei Juden sitzen auf auf einer Parkbank. Der eine von ihnen liest eifrig in der “Jüdischen Wochenschau”. Da holt der andere den “Völkischen Beobachter” hervor. “Was liest du denn da?”, fragt der erste. “Ja weißt du, in der “Jüdischen Wochenschau”, da lese ich die ganze Zeit nur von Progromen in Rumänien, Ausschreitungen in Palestina, Verhaftungen in Deutschland - aber im “Völkischen Beobachter”, da kann ich doch endlich mal lesen, dass wir alles Kapital besitzen würden, die öffentliche Meinung manipulieren, sogar die Herren der ganzen Welt seien…”

18 Kommentare zu “Linker Antisemitismus”

  1. Jörg Friedrich sagt:

    Dass hinter dem Anti-Israelismus noch immer Anti-Semitismus steckt, leuchtet mir fast ein, wobei ich auch sehe, dass hier vor allem viel Anti-Amerikanismus auf den Verbündeten Israel ausgeweitet wird.

    Im Falle der ökonomischen Perspektive bin ich allerdings noch weniger sicher, ob ich deiner Argumentation folgen kann. Mir scheint es so, dass der Glaube an eine machtvolle Verschwörung primär ist, und dass dieser dann auf die Jude projeziert wurde. Heute sind die Verschwörungs-Theorien immer noch stark, kommen aber ohne Antisemitismus aus, weil sie den Feind in den internationalen Finanzkapitalisten ausgemacht haben, die aber nicht jüdisch sein müssen.

    Das sind vorläufige Gedanken, ich werd da weiter drüber nachdenken. Danke für die Anregung!

  2. Aki Arik sagt:

    @ Jörg:

    Deiner Auffassung “…weil sie den Feind in den internationalen Finanzkapitalisten ausgemacht haben, die aber nicht jüdisch sein müssen. “, ist in der von dir so geäußerten Weise nicht zu widersprechen.

    Mir ging es aber ja erstens gerade um genau die Fälle, bei denen das alte Bild einer angeblich “jüdischen Weltverschwörung” im Hintergrund immer mitklingt. Sowie zweitens um die lange geleugnete oder auch verdrängte Tatsache, dass derartige Ressentiments, eben nicht nur, wie man sofort vermuten würde, am rechten Rand zu finden sind.

    Die Frage stellt sich also: wie relevant ist das von mir angesprochene Thema? - und: wie verbreitet ist so eine Denke bei den “Linken”?
    Und da muss ich leider aus eigener Anschauung sagen: ja es muss thematisiert werden. Ich will jetzt hier niemanden benennen, da ich die tatsächliche Motivation derjenigen nicht kenne, aber man kann solche Argumentationslinien bis hinein in den “A-Blogger”-Bereich finden. (Wobei ich hier Spreeblick ausdrücklich ausnehme, falls du eine derartige Intention jetzt bei mir vermuten solltest!). Also auch die “Linke” muss hier endlich Farbe bekennen und sich der Diskussion stellen.

    P.S.: Nur zur Info: Hinter einem Anti-Israelismus bzw. Anti-Zionismus muss nicht in jedem Falle ein Antisemitismus stecken. Auch manche orthodoxen Juden (auch einige Rabiner) sind, aus ganz spezifischen Gründen (die zu erläutern ein anderes Thema wäre) antizionistisch. Trotzdem sind diese natürlich nicht antisemitisch.

  3. Michael Kostic sagt:

    Schalom?

    Ein jüdisch/kapitalistisches Outing meinerseits? Nein, unter euch wohl kaum.

    Seit Jahr und Tag beobachte auch ich was Aki Arik hier darstellt. Mit regelrecht angewiderter Faszination sehe ich aber auch, dass der o.g. Witz viel tiefere Bedeutung hat, als seinem Volk eigentlich lieb sein kann. Was wird wohl geschehen wenn solcherlei Aussenwahrnehmung, durch das blosse Sein der Protagonisten erst sichtlich enttäuscht wird? Vermutlich werde ich mir dann den rein verbalen Antisemitismus zurück wünschen :-)
    Zum Thema Anti-Israelismus bzw. Anti-Zionismus:

    Ist euch mal aufgefallen, dass der Fall „Entstehung des Staates Israel“ der erste seiner Art ist, der öffentlich enorm umfangreich dokumentiert werden konnte und wollte?

    Bei der Masse des Publikums entsteht hierdurch der bleibende Eindruck, als sei Israel der erste (fast schon einzige) Kunststaat, der jemals politisch relevant gewesen wäre und noch immer ist.

    Des weiteren bin ich fest davon überzeugt, dass die Masse des Publikums durch o.g. Ausführlichkeit den Eindruck gewinnt, dass hier einer Partei etwas weg und der anderen gegeben wurde. Womit sich, das klassische s/w Denken berücksichtigend, der Zwang zur Solidarisierung mit einer Seite aufdrängt. Und mit wem solidarisieren sich Christen am liebsten? Tja, mit den vermeintlichen Opfern. Denen denen genommen wurde, nicht denen die sich genommen haben. Denn dies verstösst ja ganz klar gegen den Grundsatz: „Geben ist seliger, denn nehmen!“

    Gruß

  4. Triomento sagt:

    Ich verstehe das ja so, daß nur ‘bestimmte’ Linke gemeint sind. Wenn man eher zu links als zu rechts tendiert, muß man gedanklich ja nicht gleich mit Ulrike Meinhof in Verbindung gebracht werden. So gesehen geht mich das eigentlich nichts an, zumal ich mich selbst weder links noch rechts einordnen will.

    Auch der Ärger von Michael Kostic geht etwas an mir vorbei. Anti-Israelismus (ein saublödes Wort, das nebenbei) mit einem chrristlichen Zwang zur Solidarisierung mit ‘Opfern’ zu begründen, wird wohl ebenfalls nicht allgemein gelten.

    Vielleicht ist das krank, aber ich (unter nachträglichem Protest katholisch getauft, jedoch nicht religiös erzogen) stelle immer wieder fest, daß ich zunächst auf der Seite des Schwächeren stehe, und zwar unabhängig davon, ob er es ‘wert’ ist oder nicht. Ich stelle mir folgende Situation vor: Von 5 Polizisten wird ein Mann zusammengeschlagen, der zuvor in böswilligster Absicht einen anderen Polizisten niedergestochen hat, was ich nicht verhindern konnte. Ob ich ihm helfen würde? Ja. Ich würde. Das ist keine Frage der christlichen Prägung, aber auch keine Frage der Vernunft.

    Selbstverständlich sind auch die 5 Polizisten Opfer. Opfer ihrer berechtigten Wut, ihres Schmerzes. Dennoch sind sie die Stärkeren, die ihre Macht anwenden, und diese Tatsache schließt Gerechtigkeit aus. Wenn ich Gewalt und Rache allgemein verachte, darf ich sie bei der einen Seite nicht mehr tolerieren als bei der anderen. Und wenn ich Rache und Gewalt verachte, bin ich je nach Blickrichtung eines anderen entweder links oder rechts oder antisemitisch oder antiamerikanisch oder stehe unter irgendeinem christlichen Solidarisierungszwang. Ist mir egal. Nichts, was mein Gewissen als oberste Instanz in Frage stellt.

    Aber ich ergreife eindeutig Partei für den Schwächeren, bis ein zumindest atmosphärisch ausgeglichenes Kräfteverhältnis besteht. Solange dieses Kräftegleichgewicht nicht besteht, spreche ich der einen Seite das Recht ab, über die andere Recht zu sprechen.

  5. Aki Arik sagt:

    @ Michael:
    danke für dein E-Mail-Kompliment und deinen unmittelbaren und spontanen Kommentar hier. Ein kleiner Hinweis sei mir trotzdem gestattet: in dem Beitrag geht es vor allem um die Thematisierung bestimmter Vorurteile, die eben auch teilweise auf dem “linken” politischen Spektrum zu finden sind. Weniger um den israelisch/palestinensischen Konflikt. (Werde dazu aber in den nächsten Wochen einige bislang neue Thesen zur Diskussion stellen). Interpretationen, die über die reinen Fakten meines Beitrages hinausgehen, auch die meine Person betreffenden, sind eher spekulativ. ;-) Interessant wäre jetzt allerdings eine weitere Vertiefung und Konkretisierung des von mir angesprochenen Themas. Denn ich bin generell nicht der Überzeugung, dass man durch Verschweigen irgendeinen Vorteil erreichen könnte oder dadurch bestimmte Entwicklungen in der Zukunft zu vermeiden wären.
    Mit deinem Zitat: „Geben ist seliger, denn nehmen!”, sprichst du meiner Meinung nach einen alle Zeiten gültigen Satz aus.

    @Triomento:

    danke für deinen durchdachten und auch sehr offenherzigen Kommentar. Zu deinem Hinweis: “Ich verstehe das ja so, daß nur ‘bestimmte’ Linke gemeint sind”: Ja, genauso hatte ich das gemeint. Es geht hier nicht um einen Pauschalangriff auf linke Positionen, sondern um bestimmte Weltbilder, die eben nicht nur “rechts” zu finden sind.

    Gruß

    Aki Arik

  6. Michael Kostic sagt:

    @Triomento:

    Du machst es dir viel zu leicht. Nichts ist so, wie es zu seien scheint.

    Eines der besten Beispiele hierfür ist dieser Bericht:

    http://www.wdr.de/online/news/kosovoluege/

    Das ist mE nach eines der größten Probleme von Lebensgemeinschaften, die durch Glauben geprägt sind. Egal mit welchem Namen Du das Kind ansprichst, da sind sie sich plötzlich alle gleich. Der Glaube obsiegt über das Wissen und das Verstehen der Zusammenhänge.

    Bevor ich in die Kulturkreise meiner Frau mit geheiratet habe, hatte ich z.B. zu dem Sachverhalt im Link keine eigene Meinung (ergab sich halt nicht). Durch meine neue Familie mit Informationen konfrontiert, begann ich mich selbst zu informieren. Schnell fand ich heraus, dass die UCK eine ebenso Menschenleben verachtende Organisation ist, wie so viele andere (also auch die damalige serbische Regierung). Schlimmer noch war die Regierung meiner Heimat offensichtlich auf deren Lügen und Betrügereien hereingefallen.

    Was das Hauptthema angeht ist der Sachverhalt selbstredend um einiges komplexer, aber gewisse Dinge lassen sich halt auch hier nicht von der Hand weisen. So ist mir selbst keine Veröffentlichung aus der politischen Linken bekannt (na, wo kommt diese Bezeichnung her?), in der ausdrücklich von der Rechtmäßigkeit des Staates Israel die Rede ist. Davon einmal abgesehen ist es nun einmal Fakt, dass sich die Staaten Israel und USA recht nahe stehen (Was im übrigen auch auf viele andere Länder zutrifft, denen deshalb niemand einen Vorwurf macht). Wie gesagt es ist komplex.

    Gruß

  7. Michael Kostic sagt:

    @Aki Arik:

    Also ab in die Tiefe ;-)
    Deine Schlussfolgerungen sind nicht nur alle richtig, sie greifen dabei noch viel zu kurz. Die Art „Linke“ von der Du in deinem Artikel sprichst muss m. E. nach, immer und überall, zwangsläufig einen nicht unerheblichen Antisemitismus entwickeln, weil es in der gegebenen „Informationsstruktur“ der Sache selbst liegt (Einzig das anführen von Frau Meinhof halte ich persönlich für fehl am Platz. Nicht weil deine Beobachtung nicht auch hier zuträfe, sondern weil diese Sorte Mensch sich generell für jeden Akt des sog. Freiheitskampfes begeistern kann, unerheblich der Konfession und der Protagonisten).

    Gruß

  8. Aki Arik sagt:

    @ Michael:

    dein Ringen um Wahrheit ehrt dich und bringt dir meinen Respekt ein. Du hast Recht damit, wenn du feststellt: “… der Sachverhalt (ist) um einiges komplexer” und “Nichts ist so, wie es zu seien scheint.”

    Trotzdem muss man sich irgendwann entscheiden. Ich bin kosmopolitisch, aber ich bin kein Kosmopolit. Sondern ein Mensch im hier und jetzt. Ich werde mich bemühen differenziert zu denken und gerecht zu handeln. Aber ich weiß, dass ich damit bereits jetzt gescheitert bin. Also hilft das alles nichts. Jeder Mensch ist gefordert zu handeln und hofft doch zugleich auf Versöhnung …

  9. Triomento sagt:

    an Michael Kostic:
    Ich mache es mir nicht zu leicht, ich leide wie ein Hund.
    Du hast recht, die USA und Israel stehen sich nahe, zumindest sehe ich das genauso.
    Es ist eben so, wie ich denke, daß diejenigen, die es nicht nötig hätten, sich gegenseitig in den Arsch zu kriechen, es dennoch tun - aus einer Art Loyalität unter Gleichgesinnten heraus.
    Was ich meinte und worauf ich beharre ist, daß immer derjenige auf der Strecke bleibt, der aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel ohnehin der Unterlegene ist. Unabhängig davon, ob er im Recht ist oder nicht. Daß Israel die Opfer des Holocaust als meinungszwingendes Druckmittel mißbraucht, widerstrebt mir zutiefst. Ein Unrecht mit einem anderen aufzuwiegen oder durch erlittenes Unrecht ein Rechtsguthaben erwirtschaften zu wollen, bringt mich auf die Palme.
    Andererseits ist es nicht so, daß Israel schlimmer wäre, als es Deuschland schon einmal war. Diesen Rekord haben wir geschafft. Den nimmt uns keiner ab.

  10. Triomento sagt:

    Verstehen wir uns nicht falsch: Meine besten Freunde bisher neben, natürlich, auch Deutschen: Ein weißer Amerikaner mit deutsch-französich-indianischen Wurzeln, ein Türke, ein (halb)schwarzer Besatzungsjunge.
    Ich hätte keine Probleme, einen Juden in meinen Bekanntenkreis aufzunehmen, wenn er charakterlich was taugt. Ich habe nur noch nie einen Juden kennengelernt. Es sind ja auch nur 100.000 in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, einen kennen- und schätzen zu lernen, ist wirklich nicht groß. Worauf bilden wir also unser Urteil? Auf Israel. Müssen wir das? Müssen wir denken, der Zentralrat der Juden spreche immer für alle Juden? Quatsch.
    Ich will Juden sehen, wie sie sind. Was meine Vorfahren gemacht haben, kann ich heute nicht auf einen jungen Israeli übertragen. Das ist jetzt die dritte, vierte Generation. Wir auch. Ich will jetzt nicht mehr die Toten rufen hören, ich möchte die Jungen sehen, die leben wollen. Ich will auch ganz einfach nur leben. Ich will nicht ununterbrochen nur gedenken. Ich habe die Schnauze voll. Das kostet mich mein Leben! Und ich habe nur dieses!

  11. Michael Kostic sagt:

    @Aki Arik:

    Mir stellt sich die aktuelle Situation so dar:

    An einem mir unbekannten Punkt verschwanden im westlichen Kulturkreis die Verfechter/Missionare der aufklärenden Denkschulen. Nunmehr befinden wir uns im Zeitalter der Über- und vor allem zielgerichteten Fehlinformation. Es wird Zeit die sach- und wertneutrale Aufklärung wieder aufleben zu lassen. Dafür stehen wir ein, dafür werden wir streiten :-)
    @Trimomento:

    „Es sind ja auch nur 100.000 in Deutschland.“

    Ähh, entschuldige bitte. Hast Du zu dieser Zahl auch einen Quellennachweis? Mir deucht es wären mehr der meinen in diesen Breiten.

    „Ich will Juden sehen, wie sie sind. Was meine Vorfahren gemacht haben, kann ich heute nicht auf einen jungen Israeli übertragen. Das ist jetzt die dritte, vierte Generation. Wir auch. Ich will jetzt nicht mehr die Toten rufen hören, ich möchte die Jungen sehen, die leben wollen. Ich will auch ganz einfach nur leben. Ich will nicht ununterbrochen nur gedenken. Ich habe die Schnauze voll. Das kostet mich mein Leben! Und ich habe nur dieses!“

    Das ist es worum es geht. Es geht nicht darum dieses Denken zu produzieren, es sollte darum gehen verstehen zu erreichen. Doch genau dabei stellen sich gewisse Leute noch immer sehr ungeschickt an, denn ansonsten gäbe es solche Diskussionen nicht.

    Gruß

  12. Triomento sagt:

    Es gibt auch Juden, die ich nicht mag. Giordano zum Beispiel, ein Historiker von Deppens Gnaden. Einen bedeutenden israelischen Rabbi zum Beispiel, der mitsamt seinem Sohn die Meinung vertrat, für jeden von Gaza aus getöteten Israeli 10.000 Palästinenser zu töten (nachzulesen in einer August- oder September-Ausgabe der Jerusalem Post, welche Meldung, weltweit heiß diskutiert, den Zugang nach Deutschland vermutlich aus Demut und Sittlichkeitsgründen nicht fand), Henryk Broder, dessen Meinung ich nie teile, aber seinen frechen, kotzigen Schreibstil hochachte, und der mir einmal sagte, ich solle mich selbst fucken.
    Aber es gibt auch Juden, die ich liebe. Yefim Bronfman. Ohne den hätte ich Rachmanonows Driittes nie richtig verstanden. Gibt noch eine Menge andere.
    Ich muß nicht ein Volk, eine Religion, eine Weltanschauung lieben. Es ist der Mensch, der dahintersteckt. Mit Arschlöchern kann ich nicht. Wurschtegal, welcher Nationalität sie sind. Und wer für mich ein Arschloch ist, bestimmt nur einer: Ich.

  13. Triomento sagt:

    Ich lasse allgemein ungern einen Schreibfehler bei mir durchgehen. Aber Rachmaninow falsch: das geht nicht.

  14. Wilson sagt:

    @ Triomento

    bitte die “fragende” Behauptung in deinem letzten, noch nicht veröffentlichten, Kommentar begründen!
    Andernfalls wird er gelöscht. Ein kleiner Blick in die Kommentar-Regeln hier, sollte genügen:
    Zur Kommentarfunktion: … gelöscht werden: * Beleidigungen anderer Kommentatoren
    * strafrechtlich relevante Inhalte; * Trolle

    Damit da kein Missverständnis aufkommt: Auch ein Bewunderer Kropotkins und Max Stirners, wie ich, legt ab und zu Wert auf bestimmte Regeln und geht da recht rigide vor.
    Oder wie Jens das so treffend formuliert hat: “rein provokative Kommentare ohne „Nährwert“ werden sofort gelöscht.”

  15. Aki Arik sagt:

    @ Michael:
    Es wird Zeit die sach- und wertneutrale Aufklärung wieder aufleben zu lassen. Dafür stehen wir ein, dafür werden wir streiten.” Na dann, auf gehts …
    … kannst du meine Gedanken lesen? ;-)

  16. Michael Kostic sagt:

    @Aki Arik:

    „Na dann, auf gehts …“

    Hierzu muss als erstes eine publikumsgesteuerte Organisation aufgebaut werden, welche durch die aktive Verbreitung von sach- und wertneutralen Informationen Erträge erzielen kann. Das Konzept für eine solche haben wir in die Kritik gestellt. Wir werden sehen wie sich das alles entwickeln wird…

    „… kannst du meine Gedanken lesen?“

    Wozu? Es ist doch beobachtbar, dass ab einer gewissen geistigen Flughöhe, der hier vorhandene Überblick, einen jeden Geist zu dieser Erkenntnis führt :-)
    Gruß

  17. Triomento sagt:

    Wilson.
    Wenn Du einen Kommentar von mir nicht veröffentlichen willst, ist das ok.
    Andererseits kannst Du nicht beurteilen, ob ein Kommentar von mir ‘provozierend’ ist oder schlicht eine Ratlosigkeit ausdrückt, auf die ich eine Antwort brauche.
    Selbstverständlich ist das hier Dein Blog, und du selbst kannst entscheiden, was Du durchgehen lassen willst und was nicht.

    An rechtliche Vorschriften halte ich mich nur dann, wenn ich sie gutheiße. Ein Gesetz, das ich n icht respektiere, hat für mich keine Gültigkeit. Allerdings habe ich mich Deinem Urteil zu fügen, wenn Du das, was ich sage, mit Deinen Prinzipien nicht vereinbaren kannst.

    Ich beschwere mich also nicht. Und wenn ich wüßte, wofür ich mich entschuldigen muß, würde ich das tun. Mit der Gelobung um Besserung.

  18. Wilson sagt:

    @ Triomento:

    es geht nicht darum, ob du irgendwelche rechtlichen Vorschriften verletzt hast. Die Kommentatoren hier sind mir geschätzte Gäste. Und dafür, dass diese, durchaus gern kontrovers und heftig, aber ohne Beleidigung anderer Kommentatoren diskutieren können, gibt es die drei kleinen Kommentar-Regeln. So einfach ist das.