Brauchen wir den Zufall?
Der letzte Beitrag endete mit dem Absatz: Was ist das eigentlich - Zufall? Das Lexikon nennt solche Ereignisse “Zufall”, die nicht kausal erklärbar sind. Ein Ereignis, hinter dem scheinbar keine erkennbare Regel steckt. Ist Zufall dann also nur das, dessen Gesetzmäßigkeit wir (noch) nicht erklären können? Gibt es das, wissenschaftlich betrachtet, überhaupt - den Zufall? Oder - steckt da vielleicht “mehr” dahinter? “Spricht” gar der Zufall zu uns? Was will er uns dann damit “sagen”?
Im allgemeinen lieben wir es nicht, dass unser Leben von Zufällen abhängt. Wir lernen für die Prüfung, weil wir uns nicht darauf verlassen wollen, zufällig eine gute Note zu schreiben. Im Beruf setzen wir uns Ziele, machen Pläne, damit der Erfolg kein Zufall bleibt. Wir versuchen die Gesetzmäßigkeiten des Kundenverhaltens zu analysieren, um den Zufall möglichst auszuschließen. Wer will schon sein Leben auf Zufällen aufbauen? Statt dessen wollen wir sicher sein vor unliebsamen Überraschungen.
Zufälle kommen uns in die Quere, stören den geplanten Ablauf, bringen alles durcheinander. Zufall ist das, dessen Ursache nicht erkennbar ist. “Unverhofft kommt oft“, sagt der Volksmund. Der Zufall kommt dann einfach, von Außen, in unseren geregelten Ablauf hinein.
Stopp! “… kommt von Außen hinein”? Von wo Außen? Ist nicht alles ein geschlossenes System von Ursache und Wirkung? Gibt das einen Sinn?
Kann Zufall sinnvoll sein? Wir schreiben das Jahr 1928. Der Forscher Alexander Fleming ließ während seines Urlaubs in seinem Labor ausversehen eine Bakterienkultur verschimmeln. Nach seiner Rückkehr entdeckte er, dass dort, wo der Schimmel sich ausgebreitet hatte, die Bakterien zerstört waren. Fleming hatte per Zufall das Penizillin entdeckt.
Hat der Zufall doch eine tiefere Bedeutung, einen Sinn? Eines Tages verunglückte der Philosoph Albert Camus im Sportwagen, den sein Freund gefahren hatte. In der Jackentasche Camus fand man eine Bahnkarte für die Heimfahrt. Sie war unbenutzt. Sein Freund hatte darauf gedrängt, ihn nach Hause fahren zu dürfen. War das Zufall oder Schicksal?
Glaubst du an Zufall in deinem Leben, oder war da nachträglich doch ein tieferer Sinn hinter all den Ereignissen?
Wird fortgesetzt.
Quelle der Story: BR2 Radio; Photo ©: potala










Montag 11. Februar 2008 um 11:24
Interessant hierzu folgende Aussage:
„Nur weil wir nicht alle Dinge verstehen die uns geschehen oder die wir beobachten, bedeutet dies noch lange nicht, dass sie nicht verstanden werden könnten, wenn wir den hierzu notwendigen Geist besitzen würden.“
Ja es gibt den Zufall, er entzieht sich nur meistens unserem Verständnis
Gruß