Archiv für Februar 17th, 2008

Oliver Pocher - jetzt bist du am Zug!

In Stephen Colbert`s Late Night Show wurde Pocher als Raubkopie entlarft. Ich bin gespannt, ob Oliver Pocher darauf eine gute Antwort einfällt. Bisher war “Schmidt & Pocher” ja eher enttäuschend.

Erstellt am Sonntag 17. Februar 2008
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Auf nach Liechtenstein?

Steuerhinterziehung ist zwar mittlerweile ein anerkannter Volkssport - 30 Milliarden Euro gehen so angeblich am Fiskus vorbei - aber wenn die Spitzenverdiener auch mal ein “wenig” mitspielen wollen, hört der Spaß dann doch auf. Mehr als tausend Verdächtige, unter ihnen Post-Chef Klaus Zumwinkel, sollen bis zu vier Milliarden Euro Schwarzgeld bei einer Liechtensteiner Bank deponiert haben. Welche Richtung diese Geschichte weiter nehmen wird, ist allerdings noch nicht ausgemacht.

Äußerst dubios ist an dieser Affäre allerdings auch die Mithilfe des BND bei den Ermittlungen. Die Steuerbehörden zahlten dem deutschen Nachrichtendienst 5 Mio € für eine CD mit den Bankdaten der Steuerflüchtlinge! Soll eine deratige Behördenzusammenarbeit erlaubt sein, oder hat der Staat generell schon zu viel Einblick in private Daten? Müssen Steuerflüchtlinge zukünftig härter bestraft werden? Stimmt da irgend etwas mit dem Verantwortungsgefühl der Manager gegenüber der Gesellschaft nicht mehr?

Das was wir gerade erleben, ist die Notwendigkeit
der Neubegründung ethischen Verhaltens in Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Kontrollmacht des Staates ist im Zuge der Globalisierung geschwunden. Die Unternehmen haben sich unter der “Parole “Neoliberalismus” an eine globale Konkurrenzsituation anzupassen versucht und hoffen, mit nur noch einem einzigen Bewertungsmaßstab für ihr Verhalten - der Gewinnmaximierung - besser überleben zu können.

Auf dem Höhepunkt dieser rein betriebswirtschaftlich orientierten Vorgehensweise kommt jetzt immer vehementer der dritte Partner in dem ökonomischen Handlungsdreieck in`s Spiel. Der Mensch, als Konsument und Basis jeden Unternehmenserfolgs. Er ist es nun, der immer öfter sein eigenes Verhalten ganz bewusst an ethischen Wertmaßstäben orientieren will und auch auszurichten beginnt. Sein Verhalten, die Summe der vielen kleinen Käufe oder eben Nicht-Käufe - und nicht mehr der Staat mit seinen Vorgaben - werden in Zukunft den entscheidenden Einfluß auf Unternehmensentscheidungen und das Verhalten der Verantwortlichen in den Unternehmen haben.

Eine immer größere Zahl von Menschen verlangt heute von den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft verantwortungsvolles Handeln und richtet zunehmend ihre Kaufentscheidung danach aus.

Nur den Unternehmen, die durch ethische Orientierung einen positiven Imagegewinn verbuchen, wird es zukünftig noch gelingen, die immer gleichförmigeren Produkte unterscheidbar zu machen und mit Attraktivität aufzuladen. Verantwortliches Handeln wird so zu einem Faktor für Unternehmenserfolg, der gern auch kopiert werden darf.

Aber - um zu H. Zumwinkel zurückzukehren. Eine Frage bleibt für mich unbeantwortet. Was treibt einen Menschen an, solch ein Risiko einzugehen? Aus Not hat er es gewiss nicht getan. Ist es wirklich die Gier nach noch mehr? Oder das Gefühl, sich zurückholen zu müssen, was ihm seiner Meinung nach zusteht? Der Ehrgeiz schlauer zu sein, als die Finanzbehörden?

Literatur: Ethik im Management; Einkaufsrevolution, Konsumenten entdecken ihre Macht; No Logo;

Dikussion: Spiegelfechter; FdoG; Oeffinger Freidenker;

Erstellt am Sonntag 17. Februar 2008
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