Klimaveränderung und Hexenverbrennung
Pieter Bruegel der Ältere (1565) „Jäger im Schnee“
Für sein neues Buch “Kulturgeschichte des Klimas”, hat Prof. Wolfgang Behringer den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Geschichte erforscht. So u.a. auch die Verbindung zwischen den Hexenverbrennungen und einem Klimawechsel während des Mittelalters. Danach kam es aufallend häufig in den Jahren zu starken Hexenverfolgungen, in denen sich das Klima verändert und für Mißernten gesorgt hatte.
Irrationalerweise seien während des ganzen Mittelalters nach Ernteausfällen und Hungersnöten immer wieder Menschen für eine Änderung des Klimas verantwortlich gemacht worden. (Ein Interview des Journalisten Jürgen Albers`mit Prof. Wolfgang Behringer über dessen neues Buch habe ich als Podcast hier verlinkt). Genau wie heute wurde also auch schon damals der Mensch als Ursache des Klimawandels betrachtet.
Die Frage ist aber: Darf und kann man das überhaupt vergleichen? Die Reaktion der Menschen im Mittelalter und den heutigen Umgang mit einer erneuten Klimaveränderung? Immerhin stützen sich die aktuellen Aussagen nicht auf Aberglaube, sondern auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Auffällig ist auf der anderen Seite, dass z.B. nur die negativen Folgen eines Klimawandels betrachtet werden. Gibt es also doch eine gemeinsame irrationale Grundstruktur des Umgangs mit solchen Ereignissen? Reagieren wir vielleicht doch nicht ganz so rational, wie wir glauben? Oder sind solche von manchen geäußerten Zweifel nur der Versuch, eine klimagerechte Politik zu verhindern?
Erstellt am Samstag 1. März 2008
Unter: Gesellschaft, Global, Umwelt | 2 Kommentare »









