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	<title>Kommentare zu: Diaspora oder Integration?</title>
	<link>http://www.wilsons-island.net/2008/09/30/diaspora-oder-integration/</link>
	<description>Magazin für globale Lebensaspekte</description>
	<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 10:07:52 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Von: Lara</title>
		<link>http://www.wilsons-island.net/2008/09/30/diaspora-oder-integration/#comment-417</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 09:18:23 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.wilsons-island.net/2008/09/30/diaspora-oder-integration/#comment-417</guid>
		<description>@Fragezeichner:
Ja genau, das ist es - die eigenen Wurzeln irgendwo haben!
Ich habe vor einigen Tagen den neuen Artikel gelesen und seitdem darüber nachgedacht, wofür ich eigentlich bin:

Vordergündig - ganz und gar   f ü r   Einwanderer und Völkervermischung. Hintergründig war mir etwas unwohl zumute und ich wusste nicht warum. Ich hänge mit meinem Herzen an der Region, in der ich geboren bin, obwohl auch mein Vater kein Deutscher war und ich das Gefühl (ein ganz klein wenig) kenne, zwei "Nationalitäten" d.h. eigenltich zwei Mal Liebe zu einem Land zu haben. Das Land meines Vaters kenne ich nur aus seinen seeeehr mageren Erzählungen, er wollte mich davon fernhalten und hat es doch selbst geliebt. Aber was denn, was hat er da geliebt, woran hing er? Ich denke, auch da spielt die Region, das Ackerland, die Religion, die Literatur, einfach die "Kultur" eine Rolle.

Letztlich bin ich für das Beibehalten von Regionen (dass es Nationalstaaten sein müssen, will ich damit nicht unbedingt sagen, ich kann  mir nur keine andere Lösung vorstellen - vielleicht gibt es die mal in der Zukunft?). Ich bin für die eigene Sprache und ihre Pflege in Literatur, Theater usw., bin für die eigene Kultur einschl. Essen, Musik, Schule ...

Gleichzeitig bin ich aber ganz und gar offen für Fremde. Da ich Deutschkurs in einer Asylgruppe gebe, weiß ich wie schwierig "Integration" sein kann, da spielen auch andere Religionen eine große Rolle. Wie soll man z.B. Yeziden integrieren können, wenn die Religion - so verstehe ich das jedenfalls - Abschottung von anderen Kulturen vorschreibt (z.B. eigene Friedhöfe, Verheiratung nur mit eigenen Leuten usw.)
Und doch sind das sehr liebe Menschen (ich habe hier mit vertriebenen Irakern zu tun), mit denen man sich sehr wohl sehr gut unterhalten kann - in der Weltsprache Englisch!

Eine gemeinsame Sprache hilft also auch sehr sich zu verstehen, ob des die eigentliche Sprache ist oder die Sprache des Herzens. Und da fällt mir ein - was ist eigentlich die "Sprache des Herzens"? Kommt die nicht aus unserer christlichen Kultur?
(auch wenn das Christentum von den kirchlichen Institutionen arg für eigene Zwecke verfälscht wird)

Auch diese Kultur möchte ich bei aller Offenheit gegenüer anderen Religionen bewahrt sehen. Bin ich egoistisch? Traue ich anderen Religionen nicht? Ich weiß nicht recht, wieviel von Islamhetze letztlich doch an mir hängen bleibt und eine kleine Angst verursachen kann. Ich weiß aber, dass viele Moslems ähnlich denken wie ich, und nehme deshalb an, das westliche Bild des Islam wird viel von den Fundamentalisten a l l e r Religionen geprägt, die sich Felder suchen, auf denen sie sich behaupten wollen.

Absolute Integration finde ich nicht nötig, fremde Kulturen bringen auch viel Gutes ins Land! Ehrlich gesagt, wenn ich's auch nicht mit Kirchgängen tue, als Christin fühle ich mich doch.
Und möchte die "Liebe" (bedeutet für mich: Weltoffenheit und Offenheit gegenüber Menschen) der westlichen Kultur nicht missen. Zu zwiespältig?

Auf in eine neue Welt mit vielen Regionen und Kulturen, die sich gegenseitig achten, sich vermischen und wo sich Kulturen/Religionen gegenseitig befruchten!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Fragezeichner:<br />
Ja genau, das ist es - die eigenen Wurzeln irgendwo haben!<br />
Ich habe vor einigen Tagen den neuen Artikel gelesen und seitdem darüber nachgedacht, wofür ich eigentlich bin:</p>
<p>Vordergündig - ganz und gar   f ü r   Einwanderer und Völkervermischung. Hintergründig war mir etwas unwohl zumute und ich wusste nicht warum. Ich hänge mit meinem Herzen an der Region, in der ich geboren bin, obwohl auch mein Vater kein Deutscher war und ich das Gefühl (ein ganz klein wenig) kenne, zwei &#8220;Nationalitäten&#8221; d.h. eigenltich zwei Mal Liebe zu einem Land zu haben. Das Land meines Vaters kenne ich nur aus seinen seeeehr mageren Erzählungen, er wollte mich davon fernhalten und hat es doch selbst geliebt. Aber was denn, was hat er da geliebt, woran hing er? Ich denke, auch da spielt die Region, das Ackerland, die Religion, die Literatur, einfach die &#8220;Kultur&#8221; eine Rolle.</p>
<p>Letztlich bin ich für das Beibehalten von Regionen (dass es Nationalstaaten sein müssen, will ich damit nicht unbedingt sagen, ich kann  mir nur keine andere Lösung vorstellen - vielleicht gibt es die mal in der Zukunft?). Ich bin für die eigene Sprache und ihre Pflege in Literatur, Theater usw., bin für die eigene Kultur einschl. Essen, Musik, Schule &#8230;</p>
<p>Gleichzeitig bin ich aber ganz und gar offen für Fremde. Da ich Deutschkurs in einer Asylgruppe gebe, weiß ich wie schwierig &#8220;Integration&#8221; sein kann, da spielen auch andere Religionen eine große Rolle. Wie soll man z.B. Yeziden integrieren können, wenn die Religion - so verstehe ich das jedenfalls - Abschottung von anderen Kulturen vorschreibt (z.B. eigene Friedhöfe, Verheiratung nur mit eigenen Leuten usw.)<br />
Und doch sind das sehr liebe Menschen (ich habe hier mit vertriebenen Irakern zu tun), mit denen man sich sehr wohl sehr gut unterhalten kann - in der Weltsprache Englisch!</p>
<p>Eine gemeinsame Sprache hilft also auch sehr sich zu verstehen, ob des die eigentliche Sprache ist oder die Sprache des Herzens. Und da fällt mir ein - was ist eigentlich die &#8220;Sprache des Herzens&#8221;? Kommt die nicht aus unserer christlichen Kultur?<br />
(auch wenn das Christentum von den kirchlichen Institutionen arg für eigene Zwecke verfälscht wird)</p>
<p>Auch diese Kultur möchte ich bei aller Offenheit gegenüer anderen Religionen bewahrt sehen. Bin ich egoistisch? Traue ich anderen Religionen nicht? Ich weiß nicht recht, wieviel von Islamhetze letztlich doch an mir hängen bleibt und eine kleine Angst verursachen kann. Ich weiß aber, dass viele Moslems ähnlich denken wie ich, und nehme deshalb an, das westliche Bild des Islam wird viel von den Fundamentalisten a l l e r Religionen geprägt, die sich Felder suchen, auf denen sie sich behaupten wollen.</p>
<p>Absolute Integration finde ich nicht nötig, fremde Kulturen bringen auch viel Gutes ins Land! Ehrlich gesagt, wenn ich&#8217;s auch nicht mit Kirchgängen tue, als Christin fühle ich mich doch.<br />
Und möchte die &#8220;Liebe&#8221; (bedeutet für mich: Weltoffenheit und Offenheit gegenüber Menschen) der westlichen Kultur nicht missen. Zu zwiespältig?</p>
<p>Auf in eine neue Welt mit vielen Regionen und Kulturen, die sich gegenseitig achten, sich vermischen und wo sich Kulturen/Religionen gegenseitig befruchten!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Fragezeichner</title>
		<link>http://www.wilsons-island.net/2008/09/30/diaspora-oder-integration/#comment-416</link>
		<dc:creator>Fragezeichner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 15:26:39 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.wilsons-island.net/2008/09/30/diaspora-oder-integration/#comment-416</guid>
		<description>&#62; Wie könnte aber so eine neue, postnationale Identitätskultur aussehen?
Gute Frage. Der Nomade könnte auf all seinen Stationen etwas Kultur aufnehmen und weiterpflegen (so wie ich in Südfrankreich immer mal wieder Schweinebraten mit Knödeln zubereite). Das Internet liefert dem Nomaden die Informationen aus der ganzen Welt, aber auch die lokalen Neuigkeiten, Amazon liefert ihm die Bücher und Musik. Ich bin aber skeptisch, ob das ewige weiterziehen auf Dauer ohne Identitätsverlust möglich ist.
Wer nicht lange genug an einem Ort bleibt, wer keine Wurzeln zieht, keine echten Freunde gewinnt, der lebt in die Breite und nicht in die Tiefe. Derjenige, für den Veränderung immer nur Ortswechsel, Arbeitswechsel, Umfeldwechsel bedeutet, dem fehlt der Sinn für die Veränderung - Veränderung von Städten, von Menschen, von Beziehungen, von Stimmungen, und damit auch der Sinn für die eigene Veränderung - und damit seiner eigenen Identität.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&gt; Wie könnte aber so eine neue, postnationale Identitätskultur aussehen?<br />
Gute Frage. Der Nomade könnte auf all seinen Stationen etwas Kultur aufnehmen und weiterpflegen (so wie ich in Südfrankreich immer mal wieder Schweinebraten mit Knödeln zubereite). Das Internet liefert dem Nomaden die Informationen aus der ganzen Welt, aber auch die lokalen Neuigkeiten, Amazon liefert ihm die Bücher und Musik. Ich bin aber skeptisch, ob das ewige weiterziehen auf Dauer ohne Identitätsverlust möglich ist.<br />
Wer nicht lange genug an einem Ort bleibt, wer keine Wurzeln zieht, keine echten Freunde gewinnt, der lebt in die Breite und nicht in die Tiefe. Derjenige, für den Veränderung immer nur Ortswechsel, Arbeitswechsel, Umfeldwechsel bedeutet, dem fehlt der Sinn für die Veränderung - Veränderung von Städten, von Menschen, von Beziehungen, von Stimmungen, und damit auch der Sinn für die eigene Veränderung - und damit seiner eigenen Identität.</p>
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