Wie realistisch sind die neuen Ideen für ein anderes Wirtschaftssystem?

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In der Natur ist nichts überflüssig - „Abfall“ wird zu neuem Rohstoff. Er liefert den biologischen Nährstoff für immer weiteres organisches Wachstum. Im Gegensatz dazu steht bis heute die Herstellung der meisten Industrieprodukte.


Nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer müssen die in Mülldeponien entsorgt werden. Besser wären doch Wirtschaftskreisläufe, die sich an dem Ablauf in der Natur orientieren? Denn in der Natur bildet alles, was vergeht, die Grundlage für neues Leben. Wenn man dieses Bild auf unsere „menschengemachte Umwelt“ überträgt, müssten unsere Produkte also entweder vollständig biologisch abbaubar oder recyclingfähig sein. Und damit wieder als Rohstoff für neue Güter dienen. Herstellungsverfahren sollten allein auf erneuerbaren Energien basieren, auf einem sparsamen Wasserverbrauch und - wenn wir den Begriff der Nachhaltigkeit auch auf den Bereich der menschlichen Beziehungen ausdehnen – auf den Grundsätzen des fairen Handels und des sozialen Wirtschaftens. Produkte sollten also aus umweltfreundlichen und für die Gesundheit unbedenklichen Materialien hergestellt und am Ende ihrer Nutzungsdauer wieder biologisch abbaubar oder technisch verwertbar sein.

Vor einiger Zeit bin ich auf das sog. „Cradle to Cradle“ Konzept gestoßen. Das könnte vielleicht so ein Weg zur Herstellung nachhaltiger Produkte sein, der genau diese Forderung an zukünftige Produkte aufgreift. Die Idee für diese Produktionsweise stammt von Prof. Dr. Michael Braungart. Cradle to Cradle oder kurz C2C ist für Braungart ein Gegenmodell zu all dem, was zur Zeit ökonomisch, aber auch ökologisch gemacht und gedacht wird. Bei diesem Herstellungsverfahren soll nur noch solcher „Abfall“ entstehen, der biologisch abbaubar ist oder zerlegt und wiederverwertet werden kann. „Müll“ wird so immer zu technischem Rohstoff für neue, recycelte Produkte. Alle Materialien müssen vollständig in einen technischen oder biologischen Kreislauf integriert sein. „Cradle to Cradle“ ist, so Braungart, von der Natur inspiriert, in der ein ständiger Kreislauf von Wachstum und rückstandsloser Verwertung herrscht. Hat von euch schon mal jemand von C2C gehört und weiß, ob das realistisch oder sogar erfolgreich eingesetzt wird?

Update: Wie ich gerade auf dem Lohas Blog lese, findet  unter dem Motto “„Wirtschaft neu denken“ im Mai 2009 das “Alanus Ökonomie Symposium” statt. Themen sind ”Corporate Social Responsibility” und “Nachhaltigkeit”.

Und neues zu dem Mega-Trend “Strategien für LOHAS & neues Wirtschaften” könnt ihr im Juni auf der “KarmaKonsum Konferenz 2009″ hören. 

Photo © Suzanne’s stream

7 Kommentare zu “Wie realistisch sind die neuen Ideen für ein anderes Wirtschaftssystem?”

  1. Michael Kostic sagt:

    Ich finde es Super das es so etwas gibt. Es belegt meine These das früher oder später jede Spezies versuchen wird sich ihrem Lebensraum anzupassen, wenn sie erst einmal gelernt hat das sie diesen nicht auf sich anpassen können.

    :-)

    Ich mag unsere Spezies…

  2. Vogel sagt:

    Aki,
    Du träumst ja wohl - ich träume mit! Ökoeffektivität iss (immer) das Gebot der Stunde - wäre da nich der Mensch!

    Aus dem “Vollen schnitzen” und den Rest in die Landschaft kippen iss bequemer! Und weil alle das machen isses auch okay (akzeptiert) und billiger (abgeschriebene Industrien, hohe Stückzahlen). Auch die Gegenwartsorientierung des Menschen steht im Weg (Volksmund: Lieber `nen Spatz in der Hand als `ne Taube auf dem Dach) - für nachhaltiges wirtschaften muss man vorausschauen und Konsequenzen bedenken. Iss dat wat für Menschen? Ich meine: Definitiv NEIN! Der Beweis iss über Jahrtausende und viele, viele Generationen geführt worden! Wo sind bspw. die Wälder rund um`s Mittelmeer?

    Hierbei wollen wir`s belassen.

    Tja, die Natur macht`s vor - nur der durchschnittlich einssiebzig hoch gestapelte Zellhaufen Namens Mensch verweigert sich der Einsicht. Einzig die Not wird das zurück zur Natur erzwingen. Schade um den Preis, der da gezahlt werden muss.

    Wir träumen weiter!

    Beste Grüße
    Vogel

  3. Menachem sagt:

    Ich auch, wenn auch nicht immer alle :)

  4. Offene Fragen der Woche (42) « Das Frage-Blog sagt:

    […] Wilson Island:  Nachhaltiges Wirtschaftssytem […]

  5. Lara sagt:

    Hach - ich mag unsere Spezies auch!
    Finde die allgemeine schlechte Wirtschaftslage, die schlimmen Offenbarungen der Manager, Banker usw. gar nicht so schlecht in dieser Hinsicht: Da m u s s Mensch doch auf neue Ideen kommen.
    Ja, Vogel, die Not wird’s wohl mit sich bringen.

    Bin optimistisch!

  6. Vogel sagt:

    […] jede Spezies versuchen wird sich ihrem Lebensraum anzupassen, wenn sie erst einmal gelernt hat das sie diesen nicht auf sich anpassen können.

    Da m u s s Mensch doch auf neue Ideen kommen.
    Ja, […] die Not wird’s wohl mit sich bringen.

    Was für eine Leistung! Erkennen, da komm` ich mit dem Kopp nich durch, die Wand (Natur) iss stärker … welch unüberbietbare, unvergleichliche Leistung!!
    Ein maximales Chaos anrichten … um dann auf neue Ideen zu kommen? Achtung, dat Problem iss: Neue!! Neue Blasen, neue Krisen - raus aus den Tulpen, rein in die Zertifikate; rein in den Biosprit, rein in “für siebzehnneunundneunzig Ibizia und zurück” … sehr originell, nennt sich, glaub` ich, “Geschäftsmodell”.

    Als wir noch “zu Dritt” waren, konnten wir nich nur glauben & hoffen, der Planet wird`s verkraften - er hatt`s nachweislich verkraftet. Und dann, als wir nich mehr zu Dritt waren, haben wir begonnen einzusehen: “Au, au, das verkraftet die Kugel vielleicht doch nich mehr” - und siehe da, es gibt Gegenden, direkt nebenan, da kann man das sehen: Es wird eng für Mutter Natur (ich bleib` beim Beispiel Mittelmeerraum und stelle mir vor: Bewaldete Höhen, fruchtbarer Boden; Lebensraum für Mensch und Natur statt erodierter Landschaften … Und: Wo bleibt denn der Lebensraum für Flora und Fauna? Für Luchs und Bieber, für Storch und Fledermaus?)

    Treffen sich zwei Planeten …

    Darf ich hier aufhören? Danke!

    Grüße
    Vogel

  7. Vogel sagt:

    Gerade im DLF gehört, passt mE sehr gut:
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/958069/drucken/
    Wer mag, lese - und teile mir an Hand des Beispiels mit, woraus er Glauben an Vernunft, Intelligenz, Einsicht des durchschnittlich einssiebzighochgestapelten Zellhaufens gewinnt.

    Grüße
    Vogel

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