Archiv für die 'Think about it' Kategorie

Helmut Schmidt - der letzte Rebell?

helmut-schmidt.jpg Altbundeskanzler Helmut Schmidt - der letzte Rebell in einem durch und durch reglementierten Deutschland? Ein Mann, der für seine Lebenseinstellung nicht einmal den Konflikt mit der Justiz scheut? Aber - wie soll man auf der anderen Seite die Reaktion der „NIW“ der militanten „Nichtraucher Initiative Wiesbaden“ auf die Raucher-Straftat einordnen? Als nachträgliche Bestätigung für Jens Jessen, den Feuilleton-Chef der „Zeit“? Die Reaktion auf das Vergehen, begangen in einem Hamburger Theatercafé und in der letzten Woche Gesprächsstoff in allen Medien, ist sie nicht tatsächlich ein Beleg für dessen These einer notorischen deutschen Intoleranz? Hat die deutsche Gesellschaft vielleicht wirklich ein Problem mit zu vielen gängelnden, spießigen Besserwissern?

Ich muss zugeben, Helmut Schmidt imponiert mir. Ich find den richtig gut. Dabei bin ich gar kein Raucher (Na ja, ab und an rauche ich mal eine Zigarillo). Früher war ich ja sogar eher der strikte Anti-Raucher. Und daran war mein Urgroßvater Schuld…

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Erstellt am Freitag 1. Februar 2008
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Wem kann man heute noch vertrauen?

little-boat-on-the-ocean.jpgVor ein paar Tagen habe ich folgende Meldung gelesen: „Olivenöl ist vielleicht doch nicht so gesund, wie immer behauptet wird“. Sagen zumindest jetzt neuerdings zwei Forscher von der UNI Münster. Die Wissenschaftler haben im Laborversuch festgestellt, dass Olivenöl die Entwicklung einer Arterienverkalkung sogar fördern könnte und raten dazu, wieder mehr Butter zu essen…

Ja wie denn jetzt? Jahrelang hat man uns beigebracht: “Olivenöl ist gesund” - und jetzt soll das alles ganz falsch gewesen sein? Offensichtlich wird es immer schwieriger, überhaupt noch irgendwem irgendetwas glauben…
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Erstellt am Donnerstag 31. Januar 2008
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Fremde als Heimat?

where-is-my-home.jpgJetzt habe ich die Messe endlich hinter mir. Ist einerseits immer sehr anstrengend, aber andererseits auch interessant.

So eine internationale Veranstaltung ist ja auch eine Zeit, zu der man „alte“ Bekannte aus allen möglichen Ländern wieder einmal sieht. Und - immer wieder erlebe ich es, dass ich mich mit nicht wenigen von ihnen, den ja eigentlich „Fremden“, oft besser verstehe und verbunden fühle, als mit so manchen meiner Landsleute.

Oder macht man sich in solchen Situationen in Wirklichkeit nur etwas vor? Weil vielleicht die Aufgeschlossenheit und die Neugier einem Anderen gegenüber in diesen Momenten größer sind als sonst? Vielleicht auch, weil man endlich einmal nicht die typisch deutschen Themen, Sichtweisen und Befindlichkeiten gegenseitig verstärkt, sondern herausfindet aus dem immer gleichen Circle?

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Erstellt am Mittwoch 30. Januar 2008
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Maulana Dschelaleddin Rumi - ein großer islamischer Mystiker

Wie viel wissen die Deutschen über die Religionen der anderen Nationen, die mit ihnen zusammen in diesem Staat leben? So möchte ich heute einen der großen islamischen Mystiker - Maulana Dschelaleddin Rumi - vorstellen.

seite-aus-dem-koran.JPGMaulana Dschelaleddin Rumi und sein Werk hatten von Anfang an großen Einfluss auf die Dichter und Denker der islamischen Welt. Die persische und türkische Literatur sind ohne ihn kaum denkbar. Genauso wenig wie das Werk Muhammad Iqbal`s, des geistigen Vaters des heutigen Pakistan. Rumi`s Worte sind in der indischen Dichtung ebenso lebendig wie in der Philosophie Irans.
Im Westen ist Rumi dagegen eher indirekt, über den von ihm angeregten Orden der “tanzenden Derwische” bekannt. Dschelaleddin wurde wahrscheinlich am 30. September 1207 in Balch, im damaligen Persien und heutigen Afghanistan, geboren.
Als Gelehrter an einer islamischen Hochschule in Konya / Zentralanatolien (einer Gegend, die zur damaligen Zeit noch weitgehend christlich war) erlangte er bereits zu Lebzeiten große Berühmtheit.

Die Wende in Dschelaleddin`s Leben war die Begegnung mit Schamseddin von Täbriz, einem Derwisch, im Jahre 1244 in Konya. Eine der vielen Überlieferungen schildert das erste Zusammentreffen der beiden so:
Eines Tages kam Maulana aus der Medrese der Baumwollhändler. Er ritt auf einem Kamel, und die Studenten bewegten sich in seinem Gefolge. Plötzlich begegnete ihm Schamseddin Täbrizi und fragte Maulana: „Ist Bayezid größer oder Muhammad?“ Maulana sprach: „Was ist das für eine Frage? Muhammad ist das Siegel der Propheten –was hat er mit Bayezid zu tun?“ Schams sagte: „Warum hat dann Muhammad gesagt: `Wir kennen dich nicht, wie es sich gebührt.´ und Bayezid: `Preis sei mir, wie groß ist meine Majestät!´?“ Maulana fiel infolge der Ungeheuerlichkeit dieser Frage nieder und verlor das Bewusstsein…“ *

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Erstellt am Dienstag 22. Januar 2008
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Dalai Lama: “Wie wir Harmonie schaffen”

tara-der-sieben-augen.JPG “Die Harmonie und Freundschaft, die wir in unseren Familien, Staaten und in unserer Welt brauchen, kann nur durch Mitgefühl und Güte erreicht werden.

Indem wir einander mit Interesse und Rücksicht helfen, können wir viele Probleme auf einfachste Art und Weise lösen.

Harmonie kann nicht in einem Klima von Misstrauen, Betrug, Unterdrückung oder gnadenlosem Wettbewerb gedeihen.

Wir können unsere Probleme nur mit friedvollen Mitteln lösen - friedvolle Worte allein reichen nicht, sondern wir brauchen einen friedvollen Geist und ein friedvolles Herz.

Auf diese Weise werden wir eine bessere Welt haben.”

Dalai Lama, “Der Weg zum Glück”

Erstellt am Dienstag 15. Januar 2008
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Knut - du hast es besser!

Neun Monate bist du wohlbehütet. Und – wehe deine Mutter tut dir was an, dann tut der Staat
deiner Mutter was an. Danach musst du Glück haben, wenn du Pech hast.
Ob du wohl Hilfe bekommst, wenn du allein gelassen
und auf dem falschen Weg bist?

Aber so ist das nun mal bei den Menschenkindern.

Da haben es die Tierkinder schon besser. Solang sie knudlig sind.

Erstellt am Sonntag 13. Januar 2008
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Sind wir wirklich frei?

mediative.jpg Das Leben ist wie eine Billardkugel. Einmal angestoßen, geht es unbeirrt in der einen Richtung weiter.
Niemand kann anscheinend den schicksalshaften Lauf ändern. Oder doch? Können wir die Weichen unseres Lebens noch einmal neu stellen? Haben wir die Freiheit dazu, oder sind wir einfach unserem Schicksal unterworfen und zu sehr in private und gesellschaftliche Zwänge eingebunden?
Oft sind wir unzufrieden, weil wir eigentlich ein ganz anderes Leben führen wollen, sind aber nicht bereit die Folgen zu tragen. Darum haben wir uns eben immer wieder für dieses Leben entschieden, in dem wir drinstecken. Machen dann aber oft andere - die Erziehung, die Umstände, Sachzwänge - dafür verantwortlich, die uns angeblich daran hindern würden, unseren Traum umzusetzen.
Sind vielleicht kleine Schritte zum Ziel der richtige, pragmatische Weg? Abstand gewinnen, Verzicht auf unnötigen Ballast, Innehalten und sich langsam aus ungewollten Verstrickungen lösen?

Photo © Teodoratan

Erstellt am Freitag 28. Dezember 2007
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Strafanzeige wegen Volksverhetzung

arabische-miniatur.jpg
Die Alevitische Gemeinde in Deutschland hat diese Woche Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Grund war die Ausstrahlung der “Tatort”-Folge “Wem Ehre gebührt”, durch die ihre religiösen Gefühle verletzt wurden. (Hintergrundbericht hier und hier)

Aleviten, wer? – mögen jetzt viele denken. Daran schließt sich die Frage an, wollen die Deutschen überhaupt etwas über ihre Nachbarn im gemeinsamen Land wissen? Ist dafür noch Zeit neben viel Wichtigerem wie einem Knut, dem neuen iPhone oder irgendwelchen Trash-TV-Promis? Ist trotz oder wegen Schulbildung, Medien, Internet, das Wissen über die reale Welt in der wir leben, gesunken? Oder nur das Interesse? Was ist eigentlich mit dem viel gepriesenen Bürgerjournalismus, den Blogs? Regiert nicht gerade hier oft eher der „Seichtsinn“?

Photo A.C. Cooper / © Staatliche Museen Berlin

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Erstellt am Donnerstag 27. Dezember 2007
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Mit dem Rollstuhl durch China

Vor ein paar Tagen habe ich einen beeindruckenden Vortrag des ZDF-Sportredakteurs Marcel Bergmann erlebt. Im September 2007 bereiste er China von Shanghai durch die Provinz bis nach Peking. Und zwar mit dem Rollstuhl !!
marcel-bergmann.jpgMarcel Bergmann ist seit seinem schweren Unfall querschnittsgelähmt. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass ein Mensch mit einer Querschnittslähmung nach Jahren immer noch mit solchen Schmerzen zu kämpfen hat. Sein größter Wunsch ist es, einfach nur schmerzfrei zu sein. Und in diesem Zustand hat er solche Anstrengungen auf sich genommen! Er wollte sich extra diesem “fast unmöglichen” Ziel stellen. Und damit auch anderen Menschen Mut machen, ihre Wünsche und Ziele umzusetzen. Hut ab vor so viel bewundernswertem Lebenswillen. Ihr seht schon, der Vortrag hat mich schwer beeindruckt….

P.S.: Die Filmreportage über die Chinareise wird am
13. Mai 2008, um 22.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Erstellt am Donnerstag 20. Dezember 2007
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Was ist das Neue am neuen Atheismus?

Seit Jahren ist der religiöse Fundamentalismus auf dem Vormarsch. Der britische Wissenschaftler Richard Dawkins („The Selfish richard-dawkins.jpgGene“, 1976) hat darauf in diesem Jahr mit einer fundamentalen Religionskritik („Der Gotteswahn“) reagiert.
Ist das Anwachsen des Fundamentalismus - im Islam, aber ebenso auch im Christentum - wirklich nur Ausdruck eines Unbehagens sog. “bildungsferner Bevölkerungen” über die Zumutungen der Moderne?

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Erstellt am Montag 17. Dezember 2007
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